Wandern auf Zypern

Es duftet nach Orangenblüten und wildem Thymian. Zypern ist Rastplatz für Zugvögel, Brutstätte für Meeresschildkröten, Heimat von Orchideen und Tulpen. Das Fünffingergebirge im Norden Zyperns lässt sich auf dem Beşparmak-Trail von Kap zu Kap erwandern. Berge und Meer im Blick, liegen auf dem Weg immer wieder bedeutende Kulturstätten der spannenden Besiedlungsgeschichte Zyperns.

Das Troodos-Gebirge im Südteil Zyperns hat weniger Meerblick, dafür aber viel Wald. Ein seltener Schatz auf Zypern. Wanderungen entlang der Küste oder in den beiden Hauptgebirgen Troodos und Beşparmak lassen sich mit der Besichtigung von Burgruinen, Tempeln, Bergdörfern oder Weingütern verbinden. Das mediterrane Klima mit über 300 Sonnentagen im Jahr bietet ideales Wanderwetter von März bis Ende Mai und von Oktober bis Dezember. Es wartet ein spannender Mix aus Bergen, Meer, mediterranen Düften und Götterwelten. Nach der griechischen Mythologie wurde die Liebesgöttin Aphrodite vor Zypern aus dem Schaum des Meeres geboren. Ihr zu Ehren beginnen wir die Vorstellung einiger Wanderungen mit dem Aphrodite Trail.

Aphrodite Trail im Akámas National Park

Türkisblaues Wasser an der blauen Lagune bei Akamas. Blick vom Aphrodite Trail / © Foto: Georg Berg
Türkisblaues Wasser an der blauen Lagune bei Akamas. Blick vom Aphrodite Trail / © Foto: Georg Berg

Ein Klassiker unter den Wanderungen auf Zypern ist der Aphrodite Trail. Ausgangspunkt der Wanderung ist das berühmte Bad der Aphrodite, eine Felsgrotte und beliebte und daher stark frequentierte Touristenattraktion. Nördlich der Ortschaft Polis beginnt an der Küstenstraße das Wandergebiet um den Berg Moutti tis Sotiras. Jahrhundertelang war er der Fluchtberg der Bewohner von Polis. Immer wenn sie Schiffe in Küstennähe sahen, die ihnen unheimlich vorkamen, brachten sie sich auf dem Moutti tis Sotiras, dem Berg des Erlösers, in Sicherheit.

Wanderführer Franz Bauernhofer bei einer geführten Wanderung auf dem Aphrodite Trail / © Foto: Georg Berg
Wanderführer Franz Bauernhofer (Mitte) bei einer geführten Wanderung auf dem Aphrodite Trail / © Foto: Georg Berg

Heute wird das Gipfelplateau nur noch von Wanderern gestürmt. Beim ersten Aufstieg teilt man sich jedoch die breite Schotterstraße und den schönen Blick aufs Meer mit Quads und Jeeps. Zuweilen eine staubige Angelegenheit. Da hilft nur die Flucht auf den schmalen Wanderweg, der bald von der Piste der Fußfaulen abzweigt. Die Küste bis zur Spitze der Halbinsel Akamas ganz im Westen Zyperns und das Meer hat man beim weiteren Aufstieg fest im Blick. Entlang der Nordküste kann die Farbe des Wassers mit der Karibik mithalten, türkisblau schimmert hier die blaue Lagune.

Blick vom Aphrodite Trail bei Akamas auf die Küste. Die mittlere Bucht nutzen die Römer vor 2.000 Jahren zum Verschiffen von Holz / © Foto: Georg Berg
Blick vom Aphrodite Trail bei Akamas auf die Küste. Die mittlere Bucht nutzen die Römer vor 2.000 Jahren zum Verschiffen von Holz / © Foto: Georg Berg

Der Rundblick vom Gipfelplateau des 370 Meter hohen Moutti tis Sotiras reicht vom Troodos-Gebirge im Osten bis zum Kap Arnaoutis im Westen. Die Erde hier oben ist rot, und so bildet der Weg hinunter nach Polis einen schönen Kontrast zu den hellen Kalksandsteinen. Die Wanderung endet nach etwa 8 Kilometern wieder am Bad der Aphrodite. Wer weiter auf göttlichen Pfaden wandern möchte, kann Aphrodite auch mit Adonis kombinieren, die beiden Wanderwege kreuzen sich unterwegs.

Schafherde bei Akamas, Südzypern / © Foto: Georg Berg
Schafherde bei Akamas, Südzypern / © Foto: Georg Berg

Die Halbinsel Akamas steht unter Naturschutz und so hat sich trotz des Baubooms in vielen Regionen Zyperns hier ein wildes, ursprüngliches Hinterland mit kleinen Dörfern und besonderen Geschichten erhalten. Sehenswert ist auch Polis, die größte Stadt der Region, die ihre lange Geschichte auf den Mauern der antiken Stadt Márion in einem eigenen Museum präsentiert.

Beşparmak Trail am Hilarion Kloster

Blick auf die große Burganlage St Hilarion mit Unterburg, Mittel- und Oberburg rund 700 Meter über der Küstenstadt Girne / Kyrenia / © Foto: Georg Berg
Blick auf die große Burganlage St Hilarion mit Unterburg, Mittel- und Oberburg rund 700 Meter über der Küstenstadt Girne / Kyrenia / © Foto: Georg Berg

Nordzypern bietet, wovon viele Wanderer träumen: Wanderungen, die Berge und Meer verbinden. Auf dem Beşparmak Trail ist dies auf 260 Kilometern vom Kap Korucam im Westen bis zum Kap Zafer an der Ostspitze der Insel möglich. Einsame Strände an den Kaps, Kiefernwälder und wuchtige Burgen auf steilen Gipfeln, üppige Vegetation und ursprüngliche Dörfer. All dies kann in Teilabschnitten oder als Ganzes erwandert werden. Ausgebildete Wanderführer haben die Tour in 18 Etappen unterteilt.

Mutmaßlich aus diesem Fenster stürzte die Prinzessin all ihre Handwerker nach getaner Arbeit / © Foto: Georg Berg
Königinnenfenster St. Hilarion. Mutmaßlich aus diesem Fenster stürzte die Königin all ihre Handwerker nach getaner Arbeit / © Foto: Georg Berg

Die Touren können mit Gepäcktransport und Transfers organisiert werden oder ohne Abstieg in die Dörfer mit Zelt und Guide auf dem Trail bleiben. Selbstverständlich sind auch Tagesetappen möglich. Eine der schönsten Wanderungen der Region windet sich relativ steil durch immergrüne Buschlandschaft vom Dorf Karmi hinauf zur Festung St. Hilarion. Die eindrucksvolle mittelalterliche Festung thront auf dem höchsten Punkt des Berges und bietet einen spektakulären Blick auf die Hafenstadt Kyrenia und das Fünffingergebirge.

Troodos Gebirge – Bergdörfer und Baumriesen

Die Schwarzkiefer ist der Wappenbaum im Troodos Gebirge. Der robuste Baum ist Wind und Schnee ausgesetzt / © Foto: Georg Berg
Die Schwarzkiefer ist der Wappenbaum im Troodos Gebirge. Der robuste Baum ist Wind und Schnee ausgesetzt / © Foto: Georg Berg

Mächtig erhebt sich der Troodos als gewaltiges Gebirgsmassiv im Herzen Zyperns. Zypern, das im Laufe seiner wechselvollen Besiedlungsgeschichte fast seinen gesamten Baumbestand verloren hat, besitzt mit dem Troodos ein letztes zusammenhängendes Waldgebiet. Die knorrige Schwarzkiefer ist der Wappenbaum der Region. Der höchste Berg, der Olympus, ist fast zweitausend Meter hoch. Ob von Süden aus Limassol oder von Norden über den Grenzübergang bei Lefke, man fährt durch kleine Bergdörfer zu den Wandergebieten.

Bergdorf Pedhoulas, Zypern, an den Ausläufern des Troodos Gebirges / © Foto: Georg Berg
Bergdorf Pedhoulas, Zypern, an den Ausläufern des Troodos Gebirges / © Foto: Georg Berg

Die Dörfer waren früher beliebte Orte, um den heißen Sommern in den Städten zu entfliehen. Deshalb haben sich hier bis heute Ferienwohnungen, Hotels und Restaurants erhalten. Doch nicht nur die Natur macht den Troodos als Wanderziel attraktiv, wie überall auf Zypern lassen sich Wanderungen mit kulturellen Sehenswürdigkeiten verbinden. Im Troodos gibt es Unesco-Weltkulturerbe. Sehenswert sind die Scheunendachkirchen mit Malereien aus dem 15. Jahrhundert.

Artemis-Trail. Einer der höchstgelegenen Rundwege im Troodos Gebirge um den 1952 Meter hohen Chionistra (Olympus) mit Kiefern und Wacholder-Bäumen / © Foto: Georg Berg
Artemis-Trail. Einer der höchstgelegenen Rundwege im Troodos Gebirge um den 1952 Meter hohen Chionistra (Olympus) mit Kiefern und Wacholder-Bäumen / © Foto: Georg Berg

Wanderungen planen – Reise-Tipp

Zypern bietet auf beiden Seiten der geteilten Insel attraktive Wandergebiete. Die vorgestellten Wanderungen im Akamas und im Troodos liegen in Südzypern. Der Beşparmak-Trail mit seinen vielen lohnenden Etappen und drei Höhenburgen entlang der Strecke liegt in Nordzypern. Der besondere Reiz einer Wanderreise auf Zypern liegt in der Kombinierbarkeit nach eigenen Interessen. Gemäßigte Tagestouren mit Kulturprogramm und landestypischer Küche oder mehrtägige Wanderungen von Gipfel zu Gipfel im Fünffingergebirge? Ob mit Transfers, mit Guide oder auf eigene Faust, ob im Zelt oder mit vorgebuchten Unterkünften, ob als Gruppenreise oder als maßgeschneiderte Tour, bei der Wanderziele im Norden und Süden Zyperns kombiniert werden – alles ist möglich.

Individuelle  Wandertour mit Franz Bauernhofer von Cyprustravel. Die Wanderungen sind verknüpft mit Abstechern zu kulturellen Sehenswürdigkeiten auf beiden Seiten der geteilten Insel Zypern / © Foto: Georg Berg
Individuelle Wandertour mit Franz Bauernhofer von Cyprustravel. Die Wanderungen sind verknüpft mit Abstechern zu kulturellen Sehenswürdigkeiten auf beiden Seiten der geteilten Insel Zypern / © Foto: Georg Berg

Es ist wichtig zu wissen, dass die Green Line, die seit 1964 die Insel Zypern teilt, dem Urlaub keine Grenzen setzt. Egal, ob man ein Hotel im Süden oder eine Unterkunft im Norden Zyperns gewählt hat, ob man am Flughafen Larnaca im Süden oder am Flughafen Ercan im Norden ankommt, man kann die ganze Insel problemlos erkunden. Cyprus Travel ist ein auf Zypern ansässiger und auch deutschsprachiger Veranstalter, der Wanderungen in alle Regionen Zyperns anbietet und zur Überquerung der Grenze zwischen Nordzypern und Südzyperm ermutigen möchte. Von Mietwagenrundreisen, Wandertouren, Tagesausflügen zu Kulturstätten, mehrtägigen Inseltouren mit Hotelbuchung bis hin zu Stadtführungen ist alles dabei, was die Insel Zypern ausmacht. Mehr Informationen über die Geschichte der geteilten Insel sind zu finden in den Reportagen über den Büyük Han Coffee Club und die Geisterstadt Varosha.

Unsere Arbeitsweise zeichnet sich durch selbst erlebte, gut recherchierte Textarbeit und professionelle, lebendige Fotografie aus. Für alle Geschichten gilt, dass Reiseeindrücke und Fotos am selben Ort entstehen. So ergänzen und stützen die Fotos das Gelesene und tragen es weiter.

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Die Recherchereise wurde von Cyprustravel unterstützt.

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