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Wandern rund um Schloss Twickel

Der heutige Umfassungsweg rund um Schloss Twickel geht auf einen Entwurf von 1890 durch den deutschen Landschaftsarchitekten Eduard Petzold zurück / © Foto: Georg Berg

Der heutige Umfassungsweg rund um Schloss Twickel geht auf einen Entwurf von 1890 durch den deutschen Landschaftsarchitekten Eduard Petzold zurück / © Foto: Georg Berg

In der niederländischen Gemeinde Hof van Twente in der Provinz Overijssel liegt das Landgut Twickel. Es ist eines der am besten erhaltenen Schlösser der Niederlande mit aufwändig gestaltetem Schlossgarten, Orangerie und einer weitläufigen Parkanlage. Der sogenannte Umfassungsweg zieht auf einer Wanderroute von elf Kilometern einen Kreis um Schloss Twickel. Dieser Weg wurde 1890 vom deutschen Landschaftsarchitekten Eduard Petzold zur Verschönerung der Parkanlage geplant. Petzold starb 1891 vor der Fertigstellung des gesamten Rundweges. Erst 2011 wurde der Rundwanderweg, der immer noch den von Petzold gewählten Namen Umfassungsweg trägt, fertiggestellt.

Abwechslungsreiche Wanderroute. Der mit UW gekennzeichnete Umfassungsweg verläuft auf einer Länge von 11 Kilometern um Schloss Twickel / © Foto: Georg Berg

Abwechslungsreiche Kulturlandschaft

Der Umfassungsweg rund um Schloss Twickel wurde zum großen Teil um 1890 angelegt. Das Anwesen umfasst über 4000 Hektar. Vom Schloss aus weisen Holzpfosten mit den Buchstaben UW Richtung Rundweg. Die Idee des Gartenarchitekten Eduard Petzold war es, mit dem Umfassungsweg die Wanderer durch die ganze Vielfalt der Kulturlandschaft zu führen. Die Route beginnt mit der Parklandschft rund um das Schloss und geht dann über in Wald, halboffene Wiesen, führt durch das Bachtal Azelerbeek, über einen Bohlenweg durch das heutige Naturschutzgebiet Koematenveld, über Felder und vorbei an Bauernhöfen und schließlich zurück in die Ortschaft Delden.

Der Bohlenpfad im Naturgebiet Koematenveld ist Teil des Umfassungswegs, der im Jahr 1890 vom deutschen Landschaftsarchitekten Petzold angelegt wurde / © Foto: Georg Berg
Vielfalt am Wegesrand. Blühender Streifen mit Wildblumen säumen die Felder rund um Schloss Twickel / © Foto: Georg Berg

Eduard Petzold – gefragter Gartenarchitekt seiner Zeit

Eduard Petzold erweiterte den Landschaftspark im Auftrag des Barons Van Heeckeren van Wassenaer zwischen 1885 bis 1891. Zu dieser Zeit galt Petzold schon lange als einer der erfolgreichsen Gartengestalter Europas. Seine Lehre machte er bei dem bis heute als genial geltenden Parkschöpfer Hermann von Pückler Muskau. Der umtriebige Fürst Pückler war neben seiner großen Leidenschaft für die Gartengestaltung, erfolgreicher Schriftsteller und Weltreisender. Der Fürst, so heißt es, hatte großen Einfluss auf den jungen Petzold. Frühe Erfolge als Gartenarchitekt ermöglichten auch Petzold, wie sein Vorbild und Förderer Fürst Pückler, das intensive Reisen zu Parkstudien. 1852 wurde Petzold zum Parkdirektor der Niederlande berufen und blieb dies bis 1872. Nach seinen Plänen wurde der Park von Schloss Twickel durch die Hinzufügung von besonderen Bäumen und Sträuchern in großer Zahl und unterschiedlichster Arten verändert. Eduard Petzold starb 1891 noch vor der vollständingen Umsetzung seiner Gartenpläne für das Landgut Twickel. Die Verlegung des Gemüsegartens in einen ummauerten Küchengarten, in dem Obst, Gemüse und Blumen gezüchtet werden, ist noch heute zu besichtigen. Auch ein erster Teil des Umfassungsweges wurde unter Petzold noch realisiert und führte entlang der äußersten Grenzen des Parks. Erst 120 Jahre nach seinem Tod wurde der Umfassungsweg fertiggestellt. Heute eine lohneswerte und abwechslungsreiche Wanderung.

Gedenktafel für den deutschen Gartenarchitekten Eduard Petzold, der von 1885 bis zu seinem Tod 1891 im Auftrag des Barons Van Heeckeren van Wassenaer Teile des Landguts Twickel, u.a. den Umfassungsweg, gestaltete / © Foto: Georg Berg

Das Landgut Twickel

Neben dem Schloss und dem weiläufigen Park befinden sich auf dem Landgut Twickel mehr als 150 Bauernhöfe sowie sehenswerte und intakte Gebäude wie eine Wassermühle, eine Ölmühle, ein Museumsbauernhof oder eine Wagenmacherei. Alter Eichenbestand wechselt sich mit hügeligen Äckern und Weideflächen ab. Das Schloss selbst findet 1347 erste Erwähnung. Seit dieser Zeit wurde es in der Familie immer väterlicherseits an den Sohn oder die Tochter vererbt. 1953 wurde das Schloss und der Park in eine Stiftung umgewandelt. Schloss Twickel wird immer noch bewohnt und steht nur an ausgesuchten Tagen im Jahr für Besichtigungen offen. Park, Orangerie und Gemüsegarten sind rund ums Jahr aber zu bestimmten Öffnungszeiten zugänglich. Weitere Informationen über die Region Hof van Twente und das Landgut Twickel.

Schloss Zwickel aus dem Jahr 1347 ist umgeben von einem großen Schlossgarten und 4000 Hektar Land / © Foto: Georg Berg

Unsere Arbeitsweise zeichnet sich durch selbst erlebte, gut recherchierte Textarbeit und professionelle, lebendige Fotografie aus. Für alle Geschichten gilt, dass Reiseeindrücke und Fotos am selben Ort entstehen. So ergänzen und stützen die Fotos das Gelesene und tragen es weiter.

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