Wanderland Luxemburg

Markierte Wanderwege in Luxemburg
Markierte Wanderwege in Luxemburg

Mit leichtem Gepäck das Wander-Wunderland Luxemburg entdecken

Mosel, Minett oder Müllerthal – Luxemburg Stadt oder die Éislek-Region – das Großherzogtum Luxemburg bietet Wanderern und Fahrradfahrern einen naturverbundenen Urlaub mit landesweit kostenlosem Transportsystem und einem kostenlosen Gepäckservice.

Von Norden bis Süden durchziehen wunderschöne Wanderrouten und Rundwanderwege die abwechslungsreiche Landschaft Luxemburgs
Von Norden bis Süden durchziehen wunderschöne Wanderrouten und Rundwanderwege die abwechslungsreiche Landschaft Luxemburgs / © Foto: Georg Berg

Etappenreise durch ein abwechslungsreiches Land

Mit Bus und Bahn kostenlos durchs ganze Land? Ein Koffer, der dich begleitet, aber nie lästig wird? Das hört sich fast zu schön an, um wahr zu sein. Wir haben dieses Angebot, das Luxemburg seinen Einwohnern und Besuchern macht, eine Woche lang getestet und waren in fünf Wanderregionen zu Fuß unterwegs. Die Strecken zwischen den Wanderungen in der Éislek Region im Norden, der Region Müllerthal, der Moselregion bei Grevenmacher, Luxemburg Stadt und die Minett-Region bei Esch-sur-Alzette im Süden von Luxemburg haben wir dabei mit Bus und Bahn zurückgelegt.

Ticketentwerter
Ticketschalter haben im Großherzogtum Luxemburg ausgedient. Nur für Fahrten mit der 1. Klasse muss ein Ticket bezahlt werden. Alle anderen Verbindungen, ob Bus oder Schiene sind im ganzen Land kostenlos / © Foto: Georg Berg
Die Kombination von Zug und Fahrrad ist in Luxemburg problemlos möglich. Alle Züge haben mehrere deutlich markierte Fahrradabteile mit je fünf Aufhängungen. Auch Fahrräder können kostenlos mitgeführt werden
Die Kombination von Zug und Fahrrad ist in Luxemburg problemlos möglich. Alle Züge haben mehrere deutlich markierte Fahrradabteile mit je fünf Aufhängungen. Auch Fahrräder können kostenlos mitgeführt werden / © Foto: Georg Berg
Wandern von Bahnhof zu Bahnhof ist gut ausgeschildert in Luxemburg. Das untere Schild „CFL“ ist ein Hinweis darauf, dass die Route auch über einen Bahnhof führt. Im ganzen Land gibt es diese CFL-Wanderwege mit einer Bahnstation am Anfang und am Ende. So kann man einfach einsteigen und kostenlos zurück zum Ausgangspunkt fahren
Wandern von Bahnhof zu Bahnhof ist gut ausgeschildert in Luxemburg. Das untere Schild „CFL“ ist ein Hinweis darauf, dass die Route auch über einen Bahnhof führt. Im ganzen Land gibt es diese CFL-Wanderwege mit einer Bahnstation am Anfang und am Ende. So kann man einfach einsteigen und kostenlos zurück zum Ausgangspunkt fahren / © Foto: Georg Berg

Auf dem Fahrrad oder zu Fuß

Luxemburg verfügt über 3.500 Kilometer ausgeschilderte Wanderwege und 600 Kilometer Fahrradwege. Durch den neuen Gepäckservice Move – We Carry wird eine Reise durch Luxemburg besonders unkompliziert. Egal, ob man ein Hotel, eine Ferienwohnung oder Campingplatz gebucht hat, das Gepäck ist bei jeder Tagesetappe vor einem da. Tagsüber unbeschwert wandern oder Fahrradfahren und abends wieder aus den vollen Koffer schöpfen, ist ein attraktiver Urlaubsservice.

Mit Move We Carry gelangt das Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft. Bis zu sechs Tage in Folge können gebucht werden
Mit Move We Carry gelangt das Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft. Bis zu sechs Tage in Folge können gebucht werden / © Foto: Georg Berg

Transportiert werden Koffer, Rücksäcke oder Fahrradtaschen. Maximal zwei Gepäckstücke pro Person und ein Gesamtgewicht von 20 kg darf das Reisegepäck haben, das nach 10 Uhr abgeholt wird und bis spätestens 16 Uhr am nächsten Etappenziel bereit steht. Das Großherzogtum Luxemburg hat Move We Carry bis zum 30. September 2021 kostenlos angeboten.

Luxemburger Ardennen – Escapardenne Lee Trail

Von Rittern und Reisenden. Hier am Fluss Sauer in Burscheid Plage gibt es schicke Cottage-Suiten mit Blick auf den Fluß sowie Blick auf die Unterkunft aus dem Mittelalter: Burg Burscheid
Von Rittern und Reisenden. Hier am Fluss Sauer in Burscheid Plage gibt es schicke Cottage-Suiten mit Blick auf den Fluß sowie Blick auf die Unterkunft aus dem Mittelalter: Burg Burscheid / © Foto: Georg Berg

Die Éislek-Region im Norden von Luxemburg ist durchzogen von Tälern und Hochplateaus mit Panoramablick, von mittelalterlichen Burgen und idyllischen Dörfern. Wir wandern einen Teilabschnitt des 52 Kilometer langen Leading Quality Trail – Best of Europe von Bourscheid-Moulin nach Hoscheid. Der gesamte Trail lässt sich in drei Tagen bewältigen und führt von Ettelbrück bis Kautenbach. Ein Wandervergnügen mit 2.000 Höhenmeter, das einen mit tollen Aussichten belohnt. Lee bedeutet auf Luxemburgisch Kamm und davon bietet der Escarpadenne Lee Trail reichlich. Hier geht es zur Reportage über den Escapardenne Lee Trail.

Das Müllerthal – über Felsen und durch Schluchten

Das Müllerthal ist bekannt für seine Felsformationen aus Sandstein. Die Außentreppe des großen Felsens Perekop. Über eine steile Leiter kann man auch mitten durch den Felsen hindurch gehen
Das Müllerthal ist bekannt für seine Felsformationen aus Sandstein. Die Außentreppe des großen Felsens Perekop. Über eine steile Leiter kann man auch mitten durch den Felsen hindurch gehen / © Foto: Georg Berg

Das Müllerthal ist die bekannteste Wanderregion in Luxemburg. Die Wolfsschlucht mit ihren bis zu 50 Meter hohen und steilen Felsen gilt hierbei als das spektakulärste Naturdenkmal auf dem 13,5 Kilometer langen Wanderweg E. Wer sich von Berdorf auf den Weg Richtung Echternach, der ältesten Stadt Luxemburgs macht, durchquert schon vorher ein wunderschönes Bachtal mit ebenfalls beeindruckenden Felsformationen aus Sandstein.

Die Moselregion – Traumschleifen und Genusswandern

Einer von drei zertifizierten Premiumwegen namens Traumschleife in der Moselregion. Vom Moseldorf Ahn führt der Wanderweg durch das Weinanbaugebiet und überrascht mit altem Buchsbaum und wilden Orchideen
Einer von drei zertifizierten Premiumwegen namens Traumschleife in der Moselregion. Vom Moseldorf Ahn führt der Wanderweg durch das Weinanbaugebiet und überrascht mit altem Buchsbaum und wilden Orchideen / © Foto: Georg Berg

In der Moselregion gibt es drei zertifizierte Premiumwege. Die Traumschleifen bieten viel Abwechslung und verlaufen größtenteils auf schmalen, naturnahen Wegen. Die Traumschleife mit dem Startpunkt im kleinen Moseldorf Ahn führt entlang alter Weinbergtreppen und Muschelkalkfelsen. Sie geht durch die steilen Weinberge des Palmbergs mit seinem alten Buchsbaumbestand. Am Ende der Wanderschleife kann man sich mit einem Glas Moselwein belohnen und schmecken, was das Terroir, durch das man gerade geschritten ist, für Weine hervorbringt. Hier erscheint in Kürze die Reportage über Luxemburgs Moselregion

Mobilität in Luxemburg Stadt

Etagenwechsel. Mit dem gläsernen Aufzug Pfaffenthal-Oberstadt wurde der Park Pescatore in der Oberstadt mit dem Stadtteil Pfaffenthal im Alzettetal verbunden
Etagenwechsel. Mit dem gläsernen Aufzug Pfaffenthal-Oberstadt wurde der Park Pescatore in der Oberstadt mit dem Stadtteil Pfaffenthal im Alzettetal verbunden / © Foto: Georg Berg

Die Hauptstadt des Großherzogtums ist sehr grün. Das liegt neben der vielen Parks und Plätzen vor allem an den Flußtälern, die die Stadt umgeben. Man bewegt sich in einer zukunftsweisenden urbanen Welt und Mobilität ist hier sehr smart umgesetzt. So bringt der Panoramaaufzug Pfaffenthal Passagiere mit und ohne Fahrrad in nur 30 Sekunden vom oberen Stadtzentrum in das Alzette-Tal. Autos mussten einen Teil der Straße an die Fahrradfahrer abgeben. Manche Brücke hat auch eine eigene Etage für Fahrradfahrer. Erste E-Busse fahren durch die Innenstadt und für Skater gibt es eine riesige Trainingsanlage mitten im Park. Hier geht es zur Reportage über Luxemburg Stadt

Die Minett-Region – Das Land der roten Erde – ESCH2022

Für Architekturbegeisterte lohnt sich ein Besuch des Campus Belvalt. Hier fügen sich alte Industriekultur und eine moderne Universität fanszinierend zusammen
Für Architekturbegeisterte lohnt sich ein Besuch des Campus Belvalt. Hier fügen sich alte Industriekultur und eine moderne Universität fanszinierend zusammen / © Foto: Georg Berg

Die Region Minett im Süden verdankt ihren Namen dem leuchtend roten Eisenerz, das der Erde hier seine Farbe gibt und Stahlindustrie in Luxemburg möglich machte. Mittlerweile hat ein beeindruckender Strukturwandel stattgefunden. So wurde die Universität von Luxemburg mit teils futuristischen Gebäuden mitten in das Gelände zwischen alte Hochöfen und Ruinen der Stahlindustrie gebaut. Ein Spaziergang über den Campus von Belval lohnt sich. Er ist nur eine Bahnstation entfernt von Esch-sur-Alzette. Man kommt dabei aus dem Staunen über die gelungene Verschmelzung von wuchtiger Industriekultur und futuristischer Architektur nicht mehr hinaus. Esch-sur-Alzette ist die größe Stadt Luxemburgs und wird 2022 Europäische Kulturhauptstatt sein. Die gesamte Minett-Region wurde bereits 2020 als Unesco Biosphärenreservat anerkannt. Hier kann man beobachten, wie sich die Natur das einstige Bergbau-Territorium zurückerobert.

Das Müllertal – über Felsen und durch Schluchten

Das Müllerthal ist die bekannteste Wanderregion in Luxemburg. Sie wird auch die Kleine Luxemburger Schweiz genannt. Der Müllerthal Trail gehört zu den Leading Quality Trails – Best of Europe. Dieses Label wird von der Europäischen Wandervereinigung vergeben.

Das Müllerthal ist bekannt für seine Felsformationen aus Sandstein. Die Außentreppe des großen Felsens Perekop. Über eine steile Leiter kann man auch mitten durch den Felsen hindurch gehen
Das Müllerthal ist bekannt für seine Felsformationen aus Sandstein. Die Außentreppe des großen Felsens Perekop. Über eine steile Leiter kann man auch mitten durch den Felsen hindurch gehen / © Foto: Georg Berg

Der Müllerthal Trail eignet sich auch für Familien mit jüngeren Kindern. Attraktiv ist die grenzüberschreitende Ausrichtung des Trails. Gemeinsam mit der Region Südeifel in Deutschland wurde ein NaturWanderpark Delux ins Leben gerufen, der auf vier Felsentouren das grenzüberschreitende Wandern möglich macht.

Kleiner Schilderwald im Müllerthal. Der Müllerthal Trail setzt sich aus drei Schlaufen zusammen. Sie sind miteinander verbunden und lassen sich auch separat gehen. Um den Überblick zu behalten, ist auch eine Wanderapp hilfreich
Kleiner Schilderwald im Müllerthal. Der Müllerthal Trail setzt sich aus drei Schlaufen zusammen. Sie sind miteinander verbunden und lassen sich auch separat gehen. Um den Überblick zu behalten, ist auch eine Wanderapp hilfreich / © Foto: Georg Berg

Das Zeichen des Müllerthal Trails ist ein rotes M. Aufgrund der vielen Kombinationsmöglichkeiten und Wanderschlaufen kann man sich in diesem Wandergebiet nicht über mangelnde Beschilderung beklagen.

Startpunkt  der Tagesetappe ist Berdorf. Aus dem Dorf heraus führt schnurstracks ein Feldweg Richtung Wald und schon nach wenigen Gehminuten ist man in einer anderen Welt
Startpunkt der Tagesetappe ist Berdorf. Aus dem Dorf heraus führt schnurstracks ein Feldweg Richtung Wald und schon nach wenigen Gehminuten ist man in einer anderen Welt / © Foto: Georg Berg
Man bleibt ja unterwegs nicht an jeder rostigen Gießkanne stehen, aber dieser originelle Briefkasten in Berdorf ist schon einen Blick wert. Darüber hinaus bietet Berdorf auch Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten
Man bleibt ja unterwegs nicht an jeder rostigen Gießkanne stehen, aber dieser originelle Briefkasten in Berdorf ist schon einen Blick wert. Darüber hinaus bietet Berdorf auch Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten / © Foto: Georg Berg

Der rund 112 km lange Müllerthal Trail setzt sich aus drei Schlaufen zusammen. Wir beginnen den Trail in Berdorf. Umgeben von den Berdorfer Felsen liegt der Ort auf einer Hochebene und ist idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen. Die Wanderung führt durch eine Wald- und Felsenlandschaft über die Wolfsschlucht bis nach Echternach. Kurz nachdem man Berdorf hinter sich gelassen hat, gelangt man zu einem Amphitheater, in dem früher Mühlsteine abgebaut wurden, was typische Spuren hinterlassen hat. Heute wird das Amphitheater für Veranstaltungen genutzt. Auch an der Huel Lee, der Hohllay, erkennt man deutlich die kreisrunden Ausbuchtungen, aus denen hier für die ganze Region Mühlsteine gebrochen wurden.

Huel Lee oder Hohllay - hier wurden früher Mühlsteine aus dem Felsen gebrochen
Huel Lee oder Hohllay – hier wurden früher Mühlsteine aus dem Felsen gebrochen / © Foto: Georg Berg
Auch die Bühne des Amphittheaters war früher ein Steinbruch für Mühlsteine
Auch die Bühne des Amphittheaters war früher ein Steinbruch für Mühlsteine / © Foto: Georg Berg

Am seicht plätschernden Aesbach entlang geht es zum Perekop. Parallel zum Bach verläuft ein schmaler Wanderweg. Durch die Blätter blitzt immer wieder die Sonne. Es ist hier am frühen morgen noch sehr ruhig. Ein Mann führt seine Hunde spazieren, ansonsten hört man ringsum nur die Vögel singen.

Am frühen morgen blitzt die Sonne durch die Bäume und nur das Vogelkonzert begleitet uns auf dem Wanderweg E1 Richtung Echternach, der ältesten Stadt Luxemburgs
Am frühen morgen blitzt die Sonne durch die Bäume und nur das Vogelkonzert begleitet uns auf dem Wanderweg E1 Richtung Echternach, der ältesten Stadt Luxemburgs / © Foto: Georg Berg
Felsen in groß und in klein. Neben den wuchtigen Felsformationen stößt man hier auch auf unzählige Arrangements von Steinmännchen
Felsen in groß und in klein. Neben den wuchtigen Felsformationen stößt man hier auch auf unzählige Arrangements von Steinmännchen / © Foto: Georg Berg

Der Perekop ist ein großer Felsen, der durch eine Felsspalte hindurch per Leitern zu besteigen ist. Zur Beruhigung sei gesagt, dass man die steile Leiter durch den Felsspalt nicht wieder hinunter muss. Außen führt eine etwas gefälligere Treppe um den Perekop herum, über die man wieder zurück über die Straße auf den Wanderweg Richtung Echternach kommt.

Das Müllerthal ist bekannt für seine Felsformationen aus Sandstein. Die Außentreppe des großen Felsens Perekop. Über eine steile Leiter kann man auch mitten durch den Felsen hindurch gehen
Das Müllerthal ist bekannt für seine Felsformationen aus Sandstein. Die Außentreppe des großen Felsens Perekop. Über eine steile Leiter kann man auch mitten durch den Felsen hindurch gehen / © Foto: Georg Berg

Die Wolfsschlucht mit ihren bis zu 50 Meter hohen und steilen Felsen gilt als das spektakulärste Naturdenkmal auf dem 13,5 Kilometer langen Wanderweg E. Die Schlucht mit dem schaurig-anziehenden Namen ist eine steil abfallenden Felsspalte, in der früher Wölfe Unterschlupf fanden.

Die Felsen rechts und links des Weges kommen immer näher. Die Wolfsschlucht ist nicht mehr weit
Die Felsen rechts und links des Weges kommen immer näher. Die Wolfsschlucht ist nicht mehr weit / © Foto: Georg Berg

Ein idealer Ausgangspunkt oder wie in unserem Fall ein verlockendes Wanderziel ist Echternach. Die älteste Stadt Luxemburgs und das kulturelle und touristische Zentrum der Region hat eine gute Auswahl an Restaurants, Cafés und Geschäften. Von weitem sichtbar ist die Basilika.

Echternach mit der Basilika vom Aussichtspunkt Trooskneppchen
Echternach mit der Basilika vom Aussichtspunkt Trooskneppchen / © Foto: Georg Berg

In Echternach angekommen treffen wir Caroline Nockels. Die Echternacherin hatte kurz vor Ausbruch der Pandemie beschlossen, etwas Neues zu wagen und in den alten Geschäftsräumen, in denen ihre Großeltern in den 1950er Jahren eine Bäckerei führten, ein Café zu eröffnen. Ihre Großmutter Irene war dann auch ihr erster Gast bei Eröffnung im Juli 2020.

Caroline Nockels hat sich mitten in der Pandemie ihren Traum vom eigenen Café in Echternach erfüllt. Carli’s Coffee liegt nahe am Echternacher Marktplatz
Caroline Nockels hat sich mitten in der Pandemie ihren Traum vom eigenen Café in Echternach erfüllt. Carli’s Coffee liegt nahe am Echternacher Marktplatz / © Foto: Georg Berg

In Carli’s Coffee nahe dem Echternacher Marktplatz bekommt man Backwaren aus regionalen Zutaten von Pancakes, Toasts bis Muffins oder dem Orangenkuchen nach Großvaters Rezept. Vom Frühstück bis zum Nachmittags-Kaffee hat Caorline Nockels für Gäste geöffnet.

Wir verlassen Echternach mit dem Bus und machen uns auf in eine andere Wanderregion. Mit dem kostenlosen öffentlichen Verkehr geht es durch das Sauertal Richtung Mosel nach Grevenmacher, dem Weinanbaugebiet von Luxemburg. Mit dem Bus fahren wir durch offene Landschaften, Waldgebiete und immer wieder sind auch Streuobstwiesen zu sehen. Bevor wir den Moselort Grevenmacher erreichen, machen wir einen Zwischenstopp in Born. Der kleine Ort ist seit gut fünf Jahren der Sitz des ersten und einzigen Cider-Produzenten im Land.

Das Auto ist alt, die Firma aber noch jung. Erst 2015 wurde Ramborn von drei Männern gegründet, deren Wurzeln im kleinen Ort Born liegen
Das Auto ist alt, die Firma aber noch jung. Erst 2015 wurde Ramborn von drei Männern gegründet, deren Wurzeln im kleinen Ort Born liegen / © Foto: Georg Berg

Ramborn ist ein Kunstwort aus Rambo, einer alten Luxemburger Apfelsorte und dem Ort Born. Das traditionelle Handwerk der Apfelweinherstellung wird in der Gegend um Born schon so lange betrieben, wie es Obstbäume im Sauertal gibt. Drei Freunde aus Born erinnern sich bei einem Besuch in Schottland daran und verwirklichen die Idee, der alten Tradition auch in Luxemburg wieder neues Leben einzuhauchen. Ein Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert ist renoviert und zur Produktions- und Präsentationsstätte ihrer Apfel- und Birnen-Ciders geworden. Mittlerweile liefern über 100 Landwirte ihr Obst von den Streuobstwiesen an Ramborn.

Cider von Ramborn aus alten Apfelsorten wie Rambo, Boskoop, Bohnapfel und Luxemburger Triumph hat 5,8 Prozent Alkohol und schmeckt spritzig-frisch mit komplexen Apfelaromen
Cider von Ramborn aus alten Apfelsorten wie Rambo, Boskoop, Bohnapfel und Luxemburger Triumph hat 5,8 Prozent Alkohol und schmeckt spritzig-frisch mit komplexen Apfelaromen / © Foto: Georg Berg

Der Zwischenstopp in Born lohnt sich. Regelmäßig werden Führungen und Verkostungen angeboten. Der Geschmack von Ramborn Cider oder Perry, aus Birnen von teils 250 Jahre alten Birnbäumen, ist komplex und geschmacksintensiv. Während viele Cider-Produzenten auf Plantagenobst zurückgreifen, steckt in den Ciders von Ramborn ausschließlich der Saft alter Obstsorten.

Die Luxemburger Ardennen – unterwegs auf dem Escapardenne Lee Trail

Landschaft am Fluss Sauer in Luxemburg
Landschaft am Fluss Sauer in Luxemburg / © Foto: Georg Berg

Die Éislek-Region im Norden Luxemburgs ist durchzogen von Tälern und Hochplateaus mit Panoramablick, von mittelalterlichen Burgen und idyllischen Dörfern. Wir sind unterwegs auf einem Teilabschnitt des 52 Kilometer langen Leading Quality Trails – Best of Europe. Der gesamte Trail lässt sich in drei Tagen bewältigen und führt von Ettelbrück bis Kautenbach. Es ist ein Wandervergnügen mit 2.000 Höhenmetern, das einen mit tollen Aussichten belohnt. Lee bedeutet auf Luxemburgisch Felskamm und davon bietet der Escapardenne Lee Trail reichlich.

Startpunkt der Tagesetappe ist Bourscheid-Moulin. Am Fluss Sauer gibt es verschiedenen Unterkunftsformen. Vom Hotel über Cottage-Suite mit Flussblick bis zum Campingplatz. Nur die Burg von Bourscheid ist nicht mehr bewohnt
Startpunkt der Tagesetappe ist Bourscheid-Moulin. Am Fluss Sauer gibt es verschiedenen Unterkunftsformen. Vom Hotel über Cottage-Suite mit Flussblick bis zum Campingplatz. Nur die Burg von Bourscheid ist nicht mehr bewohnt / © Foto: Georg Berg
Die Cottage Suiten des Cocoon Hotels La Rive sind ideal für einen naturverbundenen Urlaub. Die Cottages liegen direkt am Ufer der Sauer. Zwei Hotels mit Restaurantbetrieb sichern die Versorgung und gleich früh am morgen kann die Tour auf dem Escapardenne Lee Trail beginnen
Die Cottage Suiten des Cocoon Hotels La Rive sind ideal für einen naturverbundenen Urlaub. Die Cottages liegen direkt am Ufer der Sauer. Zwei Hotels mit Restaurantbetrieb sichern die Versorgung und gleich früh am morgen kann die Tour auf dem Escapardenne Lee Trail beginnen / © Foto: Georg Berg

Die mittlere Etappe des Escapadenne Lee Trails ist 19 Kilometer lang und mit gut 900 Höhenmetern auch die anspruchsvollste der drei Teilabschnitte durch die Éislek-Region. Es geht von Bourscheid-Moulin an der Sauer bis nach Hoscheid auf das Ardennen-Hochplateau. In Burscheid-Moulin gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. Zwei Hotels, Cottage-Suiten mit Blick auf den Fluß und auch ein Campingplatz säumen das Ufer.

Auf dem Escapardenne Trail gewinnt man immer wieder Höhe und wird mit Blicken in die Landschaft belohnt
Auf dem Escapardenne Trail gewinnt man immer wieder Höhe und wird mit Blicken in die Landschaft belohnt / © Foto: Georg Berg

Für diese Etappe sollte man ein Lunch-Paket schnüren, denn Einkehrmöglichkeiten gibt es unterwegs keine. Verwunschene Waldwege, Felsvorsprünge, einsame Täler, Passagen mit blühendem Ginster und immer wieder ein Bergkamm mit guter Aussicht bieten aber viele Picknickmöglichkeiten. Das Zeichen der weißen Welle auf blauem Grund ist offizielles Logo des Trails und begleitet einen verlässlich auf der gesamten Strecke. Dazwischen gibt es immer mal wieder Etappen-Schilder des Escapardenne Lee Trails. Trotzt der guten Ausschilderung ist es empfehlenswert als eigenes Backup auch eine Wanderapp einzuschalten.

Der erste Steilanstieg aus dem Tal der Sauer ist geschafft. Das Zeichen der weißen Welle auf blauem Grund ist das offizielle Zeichen des Trails
Der erste Steilanstieg aus dem Tal der Sauer ist geschafft. Das Zeichen der weißen Welle auf blauem Grund ist das offizielle Zeichen des Trails / © Foto: Georg Berg
Eine Bank für die Brotzeit: Mit rund 19 Kilometern ist diese Tagesetappe die längste. Sie wird durch die Höhenmeter von Kamm zu Kamm zu einer tagesfüllenden Aktivität. Einkehrmöglichkeiten gibt es unterwegs kaum. Ein Lunchpaket sollte man dabei haben
Eine Bank für die Brotzeit: Mit rund 19 Kilometern ist diese Tagesetappe die längste. Sie wird durch die Höhenmeter von Kamm zu Kamm zu einer tagesfüllenden Aktivität. Einkehrmöglichkeiten gibt es unterwegs kaum. Ein Lunchpaket sollte man dabei haben / © Foto: Georg Berg

Hat man Burscheid hinter sich gelassen, ist der nächste Wanderstopp das Napoleonsknäppchen, auch Napoleonsbäumchen genannt. Es liegt auf einem Hochplateau und ist schon von Weitem sichtbar. Außer einem Baum und der Aussichtsplattform gibt es hier – fast – nichts anderes zu sehen. Ein Bauer hat aber einen riesigen und ebenfalls gut sichtbaren Misthaufen neben den Baum gesetzt. Das wirkt erstmal despektierlich, tut dem Baum an sich aber vielleicht gut.

Kurze Geschichtslektion am Napoleonsknäppchen. Hier wurde 1811 zu Ehren der Geburt von Napoleons Sohn ein Baum gepflanzt
Kurze Geschichtslektion am Napoleonsknäppchen. Hier wurde 1811 zu Ehren der Geburt von Napoleons Sohn ein Baum gepflanzt / © Foto: Georg Berg

Zurück zur geschichtlichen Bedeutung des Napoleonsknäppchen. Der ursprüngliche Baum wurde 1811 zur Ehren der Geburt des Sohnes von Napoleon Bonaparte gepflanzt. 1940 wurde dieser Baum von den Nazis gefällt. Aber nur ein Jahr später pflanzten die Anwohner jene Linde, die dort heute noch steht. Nach dem Ausflug über das Hochplateau geht es weiter durch im Juni üppig blühende Ginsterbüsche und zurück in den Wald.

Blühender Ginster säumt im Juni an vielen Stellen den Weg entlang des Escapardenne Lee Trails
Blühender Ginster säumt im Juni an vielen Stellen den Weg entlang des Escapardenne Lee Trails / © Foto: Georg Berg
Die Wanderung entlang schmaler Waldpfade ist Erholung pur
Die Wanderung entlang schmaler Waldpfade ist Erholung pur / © Foto: Georg Berg

Was nun folgt, ist definitiv einer der Höhepunkte des Trails. Über einen steilen Pfad erklimmt man den Molberlee Kamm. Es ist ein schmaler gut 500 Meter lange Pfad. Nach links und nach rechts fällt der nur karg bewachsene Fels steil ab. Man geht über fast schon feinblättrige Schiefersteinplatten. Die Mollbier, zu deutsch Heidelbeere, gibt dem Grat seinen Namen. Dieser Punkt ist sicherlich einer der schönsten in den Luxemburger Ardennen. Die Etappe endet auf einem Hochplateau im Dorf Hoscheid.

Der Molberlee Grat. Hier führt ein schmaler Pfad rund 500 Meter lang über bröseliges Schiefergestein. Es geht, auch wenn das Bild es nicht so zeigt, recht steil zu beiden Seiten hinab
Der Molberlee Grat. Hier führt ein schmaler Pfad rund 500 Meter lang über bröseliges Schiefergestein. Es geht, auch wenn das Bild es nicht so zeigt, recht steil zu beiden Seiten hinab / © Foto: Georg Berg

Einsteigen bitte! Freie Fahrt durch Luxemburg

Nach einer Woche Wandern in Luxemburg können wir sagen, es war eine Reise ganz ohne Ticketstress und mit viel Gestaltungsspielraum. Rechtzeitig in den Blick nehmen sollte man die Busverbindungen auf dem Land. Oft gibt es nur eine Verbindung pro Stunde. Da lohnt sich ein Check im Routenplaner der zentralen Mobilitäts-App, in der die Abfahrten in Echtzeit angezeigt werden. Tipp: im Grenzgebiet Moselregion hat sich eines unserer Mobiltelefone immer in das schwache deutsche Netz gewäht. Dies hatte zur Folge, dass die Luxemburgische Mobilitäts-App nicht funktionierte. Mit Einwahl in das Luxemburger Mobilnetz lief dagegen alles problemlos. Als persönliches Backup für die Wanderung sollte man noch eine Wander-App nutzen. Meistens sind die Wanderwege sehr gut ausgeschildert, manchmal führten zu viele Wegbezeichnungen aber auch zu Unsicherheiten. Dann half immer ein Blick auf die Wanderroute in der App.

Mit Move We Carry können Reisende im Voraus den Gepäcktransport organisieren.

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FrontRowSociety: Wander-Wunderland Luxemburg – mit leichtem Gepäck das Land entdecken

FrontRowSociety: Die Luxemburger Ardennen – unterwegs auf dem Escapardenne Lee Trail

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