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Hof van Twente an der Overijssel

Blick vom Umfassungsweg auf Hotel und Restaurant Carelshaven / © Foto: Georg Berg

Blick vom Umfassungsweg auf Hotel und Restaurant Carelshaven / © Foto: Georg Berg

Die Gärten von Twente, so die Bedeutung von Hof van Twente, liegt gleich hinter Enschede, an der deutsch-niederländischen Grenze. Die Gemeinde Hof van Twente in der Provinz Oberijssel in den Niederlanden ist 2001 aus den sechs Gemeinden Delden, Bentelo, Hengevelde, Goor, Diepenheim und Markelo hervorgegangen. Die Region bietet eine Vielzahl von Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten. Das beste Fortbewegungsmittel für eine Entdeckungstour durch Hof van Twente ist, wie so häufig in den Niederlanden, das Fahrrad. Delden, der größte Ort in der Region, bietet eine charmante Altstadt mit Restaurants und Cafés, dem Schloss und den Parkanlagen von Landgut Twickel sowie ein Salzmuseum direkt in der Innenstadt. Schwingt man sich aufs Rad, so ist man sofort mitten im ausgedehnten Radtourennetz Twente. Stoppen können einen dann nur noch kleine Entdeckungen am Wegesrand.

Büchertauschbörse bzw Outdoorregal mit Sitzgelegenheit zum spontanen Schmökern im Buch. Region Twente, Niederlande / © Foto: Georg Berg

Mit dem Fahrrad durch Twente

Das Radroutennetz Twente besteht aus einer Aneinanderreihung von Knotenpunkten. Verbindet man diese Punkte miteinander, stehen satte 2.500 Kilometer an Radwegen zur Auswahl. Davon führen 500 Kilometer über die Grenze nach Deutschland. Man kann aus verschiedenen Themenrouten mit Namen wie Quer durchs Grüne oder Eiszeitlandschaft von Hof van Twente wählen oder sich eine eigene Route zusammenstellen. Kartenmaterial gibt es in den örtlichen VVV’s oder im Internet. Ein Knotenpunkt für den Einstieg in die eigene Tour ist oft schnell gefunden, denn fast an jeder Kreuzung stehen entsprechende Hinweisschilder.

In der Region Hof van Twente gibt es ein großes Angebot an Rad- und Wanderwegen. Die Region wird auch als „Die Gärten der Niederlande“ bezeichnet. Die Knotenpunkte kennzeichnen Übergänge, an denen Radfahrer oder Wanderer ihre Routen erweitern können / © Foto: Georg Berg

Wagyu am Wegesrand

Manchmal liegen in Twente sogar kulinarische Überraschungen am Wegesrand. In einer Gegend, die sich Garten von Twente nennt begegnen einem viele Bauernhöfe und Landgüter mit einem entsprechenden Angebot an Obst und Gemüse direkt vom Erzeuger. Doch ein Bauernhof, auf dem man sich ein Stück Gourmet-Fleisch für den Gartengrill kaufen kann ist ungewöhnlich. Auf dem Nijhof am Ortsrand von Delden züchten Wilfried und Yvonne Nij seit 2007 japanische Wagyu-Rinder. Wagyu bedeutet übersetzt schlicht und ergreifend japanisches Rind. Charakteristisch für das Wagyu-Fleisch ist die zarte Marmorierung und die besondere Qualität und der Geschmack des Fettes.

Wagyu-Farm in Delden mit Hofverkauf von Fleisch / © Foto: Georg Berg

Die rund 60 Tiere bekommen tagsüber Bach vorgespielt und ab einem Alter von drei Jahren erhalten sie vom Chef persönlich ihre tägliche Massage. Schlachtalter erreichen die Tiere, die auch auf die Weide können, mit fünf Jahren. Ausnahme ist die Kuh Likka. Sie ist das erste Tier der Zucht auf dem Nijhof, ihr krummes Horn wurde sogar Teil des Logos. Likka, das in die Jahre gekommene Maskottchen steht auf ihre alten Tage am liebsten im Stall und hört Musik.

Ab einem Alter von drei Jahren beginnt Züchter Winfried Nij mit der täglichen Massage seiner Wagyu-Rinder / © Auch die alte Likka bekommt ab und zu noch eine Massage. Foto: Georg Berg

Das Salzmuseum von Delden

Das Salzmuseum befindet sich im Zentrum von Delden. Der historische Ortskern der charmanten Kleinstadt stammt aus dem Jahre 1333. Viele Gebäude wurden über die Jahre restauriert. 1886 wurden in den Gärten von Schloss Twickel Salzbodenfunde gemacht. Das Museum erzählt aber nicht nur von den lokalen Funden und der anschließenden Gewinnung von Kochsalz, die bis heute noch im Ort Hengelo betrieben wird.

Das Salz-Museum in Delden, Region Twente, Niederlande / © Foto: Georg Berg

Das Museum beleuchet die Geschichte über Salz in allen Facetten. Einen großen Teil der Ausstellung nimmt auch die ernährungsphysiologische Bedeutung von Salz ein. Aber auch der Salzabbau in den ehemaligen Kolonialgebieten der Niederlande wird kritisch dargestellt. Im Obergeschoss findet sich eine recht lustige Sammlung von Salzstreuern, die ein wenig wirkt, als hätte man die Räume der alten Villa unbedingt noch mit salzhaltigen Themen bestücken müssen.

Das Salzmuseum in Delden erzählt sowohl die Geschichte der Gewinnung von Kochsalz in Twickel, Boekelo und Hengelo und erläutert die verschiedenen Arten der Salzgewinnung und stellt die Bedeutung von Salz in der Nahrung dar / © Foto: Georg Berg

Carelshaven – vom Gasthof zum Hotel

Eine besondere Adresse in Delden ist das Hotel und Restaurant Carelshaven. Die Geschichte von Carelshaven geht auf das Jahr 1772 zurück. Der Name bezieht sich auf einen kleinen Hafen, der sich früher am Twickelervaart-Kanal befand. Im 18. Jahrhundert war die Twickelervaart ein wichtiger Wasserweg für den Transport von Holz und Stein nach Westen. Dieser Kanal erschloss die Twente, die den Ort Delden über verschiedene Wasserwege mit dem großen Amsterdam verband. Der Kanal wurde von Graf Carel George van Wassenaer Obdam gebaut, der auf Schloss Twickel lebte. Das heutige Hotel und Restaurant Carelshaven begann als bescheidener Gasthof der Hafengesellschaft Twickel und entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem renommierten Hotel.

Hotel und Restaurant Carelshaven in Delden besteht seit 1772 / © Foto: Georg Berg

was und Overijssel besitzt eine wunderschöne Natur mit abwechslungsreichen Landschaften und eine große Vielfalt an Flora und Fauna. Ausgedehnte Wälder, leichte rollende Heidelandschaft, grüne Wiesen mit Wallhecken und Landgüter mit stattlichen Landhäuser macht Overijssel ein Provinz die es sich lohnt zu entdecken. Erlebe die wunderschöne Landschaft von Twente, die bewaldeten Hügel der Sallandse Heuvelrug oder die Rietlanden im Nationalpark Weerribben-Wieden. Oder was halten Sie von den prachtvollen Hansestädten den Fluss IJssel entlang, die typischen sächsischen Bauernhöfen und die viele schöne Schlössern?

Chef de Cuisine im Restaurant Carelshaven ist Daniel Nijkamp. Er kocht auf hohem kulianarischen Niveau mit saisonalen und regionalen Produkten / © Foto: Georg Berg

Chef de Cuisine im Restaurant Carelshaven ist der Niederländer Daniel Nijkamp. Nicht nur als Hotel, sondern auch als gastronomischer Betrieb hat Carelshaven eine Geschichte, erzählt Nijkamp im Gespräch. Die Alliance Gastronomique bestehend aus Vertretern der Niederlande und Flandern wurde im Jahr 1967 in Garten von Carelshaven gegründet. Ausschlaggebend für die Gründung waren alamierende Signale in der Branche. Man beobachtete einen weit verbreiteten Geschmacksverlust, bemängelte die unzureichende Berufsausbildung und den fehlenden Einsatz von qualitativ hochwertigen kulinarischen Produkten. Im Jahr 1972 wurde Carelshaven mit dem ersten Michelin-Stern im Osten der Niederlande ausgezeichnet. Dieser wurde bis 1986 gehalten. Erneut einen Michelin-Stern zu bekommen, ist das erklärte Ziel des Team um Daniel Nijkamp.

Frische lokale Produkte im Restaurant Carelshaven – serviert auf Holzblöcken aus dem örtlichen Sägewerk/ © Foto: Georg Berg

Der Niederländer steht für eine moderne Küche mit dem Einsatz von saisonalen Produkten. Die anspruchvollen Menüs bieten klassische Kombinationen wie ein Kaviar vom Hering mit Kartoffelcreme, der verpackt in einen knusprigen Mantel durch die Textur überrascht. Rindfleisch wird vom benachbarten Bauern bezogen und die Kalbslende mit Kombualge kombiniert, während der Seeteufel von einem Shitake-Miso-Mousse begleitet wird. Heute ist das Restaurant Carelshaven Mitglied bei den Jeunes Restaurateurs European (JRE).

Nützliche Tipps

Routenplaner Fahradtouren in der Provinz Overijssel mit der Angabe von Knotenpunkten für individuelle Planung. Die offizielle Internetseite der Region Twente informiert über Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten. Die Region Twente verfügt auch über ein ausgedehntes Netz von Wanderwegen. Der historische Umfassungsweg rund um Schloss Twickel wurde 1890 vom deutschen Gartengestalter Eduard Petzold geplant.

Unsere Arbeitsweise zeichnet sich durch selbst erlebte, gut recherchierte Textarbeit und professionelle, lebendige Fotografie aus. Für alle Geschichten gilt, dass Reiseeindrücke und Fotos am selben Ort entstehen. So ergänzen und stützen die Fotos das Gelesene und tragen es weiter.

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Die Recherchereise wurde vom Niederländischen Tourismusverband unterstützt

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