Zu guter Letzt nochmal ein Blick in die documenta-Stadt Kassel. Hier sind seit der ersten Kunstschau im Jahr 1955 viele Kunstwerke verblieben. Zum Beispiel das ICH-Denkmal. Der Sockel aus rotem Sandstein, auf dem in Versalien ICH steht, wurde vom Kasseler Steinbildhauer Siegfried Böttcher nach den Plänen des Satirikers Hans Traxler angefertigt. Das ICH-Denkmal ist eine Einladung an jede und jeden, sich zu erheben und einzigartig zu fühlen. Leider gibt es immer mehr Menschen, die einen solchen Sockel stets im Kopf tragen und an ihrer Einzigartigkeit nicht den geringsten Zweifel hegen. Die Selfie-Queen im Hintergrund des Fotos scheint zu dieser gar nicht mehr so seltenen Spezies zu gehören.



Denkmäler begegnen uns überall – auf Reisen, in der Stadt, auf dem Land, im Museum. Doch was macht ein Denkmal aus? Wer entscheidet, was wir erinnern? Keine Reise ohne Denkmal eröffnet einen Streifzug durch die Vielfalt dessen, was Menschen auf Sockel heben. In der Stadt drängen sich die Denkmäler dicht: Denkmal und Stadt zeigt, wie man in Bamberg an einem Denkmal vorbeigeht – und trotzdem klüger wird. Auf dem Land hingegen zieht ein einzelnes Monument von weitem an: Denkmal auf dem Land erzählt von der stillen Magie solcher Orte. Natur und Denkmal fragt, was passiert, wenn die Natur das Denkmal zurückerobert. Wo Kunst und Denkmal verschmelzen, führt der Weg nach Kassel: Denkmal und Kunst blickt in die documenta-Stadt. Und wer ist selbst ein Denkmal? Jeder ist ein Denkmal – so behauptet es ein Kasseler Sockel aus rotem Sandstein, auf dem in großen Lettern „ICH“ steht. Paris schließlich denkt das Denkmal neu: Wer ein vergessenes, denkmalgeschütztes Grab im Père Lachaise restauriert, darf danach darunter liegen – Denkmal sucht Erben erzählt von einem Losverfahren, das Denkmalschutz und Ewigkeit verbindet.