Denkmal auf dem Land

Auf dem Land ist die Wahrnehmung von Denkmälern eine andere. Liegt ein Denkmal auf einem Hügel, steht es an einer Klippe, am Ende eines Sees oder mitten auf einer Schafsweide, passiert oft das Gegenteil. Man läuft nicht vorbei, sondern wird regelrecht angezogen von diesen Erinnerungsposten. Sie erscheinen schon von Weitem wie ein besonderer Ort, den man nicht verpassen darf.

Denkmal mit Anziehungskraft

Natürlich laufen wir bis zur Spitze von Logh Shiel, um das Denkmal zu Ehren von Bonnie Prince Charly aus der Nähe zu sehen. Egal, auch wenn wir schon 18 Kilometer durch die sengende Hitze eines untypischen schottischen Sommertags gelaufen sind. Der Ort, an dem die letzte Hoffnung der schottischen Clans auf einen König aus dem Hause Stewart auf dem Thron von England, den Aufstand aufrief, können wir nicht links liegen lassen.

Schottland, Glenfinnan, Loch Shiel. Hier steht das Denkmal von Bonnie Prince Charlie, der 1745 an dieser Stelle den zweiten Jakobitenaufstand ausrief. Dieser Kampf um die Unabhängigkeit von England wurde bereits 1746 in der Schlacht von Culloden niedergeschlagen  / © Foto: Georg Berg
Schottland, Glenfinnan, Loch Shiel. Hier steht das Denkmal von Bonnie Prince Charlie, der 1745 an dieser Stelle den zweiten Jakobitenaufstand ausrief. Dieser Kampf um die Unabhängigkeit von England wurde bereits 1746 in der Schlacht von Culloden niedergeschlagen / © Foto: Georg Berg

Der Meeresgott Manannan Mac Lir breitet seine Arme aus und wir unterbrechen die Fahrt, auch wenn es kalt und windig ist. Gortmore ist ein atemberaubender Aussichtspunkt an der Bishop’s Road in Nordirland und ist Teil der Causeway Coastal Route. An einem klaren Tag kann man von hier bis Donegal und die Inseln Islay und Jura an der Westküste Schottlands schauen. Wie gut, dass der Meeresgott uns Einhalt geboten hat!

Meeresgott Manannan Mac Lir Gortmore Bishop's Road in Nordirland und ist Teil der Causeway Coastal Route.
Meeresgott Manannan Mac Lir Gortmore, Nordirland, Causeway Coastal Route./ © Foto: Georg Berg
Ein Steinkreis nahe Glengorm Castle auf der Isle of Mull in Schottland. Nicht mehr als ein paar aufrecht stehender Steine auf einer Wiese. Aber ihre Anordnung lässt erahnen, dies ist ein besonderer Ort / © Foto: Georg Berg
Ein Steinkreis nahe Glengorm Castle auf der Isle of Mull in Schottland. Nicht mehr als ein paar aufrecht stehender Steine auf einer Wiese. Aber ihre Anordnung lässt erahnen, dies ist ein besonderer Ort / © Foto: Georg Berg

Keine Reise ohne Denkmal! Zum Internationalen Tag des Denkmals am 18. April unternehmen wir einen Streifzug durch die Vielfalt der Denkmäler. Egal, ob man ihnen in der Stadt oder auf dem Land begegnet, gemeinsam ist allen Denkmälern dieser Welt ihr Beitrag zur Bildung. Ohne sie würden wir alle ein bisschen dümmer von einer Reise zurückkehren.

Denkmäler begegnen uns überall – auf Reisen, in der Stadt, auf dem Land, im Museum. Doch was macht ein Denkmal aus? Wer entscheidet, was wir erinnern? Keine Reise ohne Denkmal eröffnet einen Streifzug durch die Vielfalt dessen, was Menschen auf Sockel heben. In der Stadt drängen sich die Denkmäler dicht: Denkmal und Stadt zeigt, wie man in Bamberg an einem Denkmal vorbeigeht – und trotzdem klüger wird. Auf dem Land hingegen zieht ein einzelnes Monument von weitem an: Denkmal auf dem Land erzählt von der stillen Magie solcher Orte. Natur und Denkmal fragt, was passiert, wenn die Natur das Denkmal zurückerobert. Wo Kunst und Denkmal verschmelzen, führt der Weg nach Kassel: Denkmal und Kunst blickt in die documenta-Stadt. Und wer ist selbst ein Denkmal? Jeder ist ein Denkmal – so behauptet es ein Kasseler Sockel aus rotem Sandstein, auf dem in großen Lettern „ICH“ steht. Paris schließlich denkt das Denkmal neu: Wer ein vergessenes, denkmalgeschütztes Grab im Père Lachaise restauriert, darf danach darunter liegen – Denkmal sucht Erben erzählt von einem Losverfahren, das Denkmalschutz und Ewigkeit verbindet.

Moment mal!

Unsere Arbeitsweise zeichnet sich durch selbst erlebte, gut recherchierte Textarbeit und professionelle, lebendige Fotografie aus. Für alle Geschichten gilt, dass Reiseeindrücke und Fotos am selben Ort entstehen. So ergänzen und stützen die Fotos das Gelesene und tragen es weiter.

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